Kieferklemme - Was tun?
Wenn Sie den Mund nicht oder nur teilweise öffnen können, wird von einer Kieferklemme gesprochen. Oft sind die Ursachen chronische Verspannungen und Fehlstellungen im Kiefer, allerdings können auch akute Probleme wie Entzündungen eine Kieferklemme auslösen.
Sollte ich mit einer Kieferklemme zum zahnärztlichen Notdienst?
Da es viele mögliche Gründe für eine Kieferklemme geben kann, sollten Sie schnellstmöglich einen Zahnarzt aufsuchen. Tritt die Kieferklemme plötzlich auf und ist mit Schmerzen verbunden, sollten Sie den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen. Auch eine Kieferklemme in Verbindung mit Fieber sollte sofort abgeklärt werden.
Eine Kieferklemme kann ebenfalls nach einer Wurzelbehandlung oder Weisheitszahn-OP auftreten und ist in diesen Fällen normal. Hält diese aber mehr als 72 Stunden an, sollten Sie Ihren behandelnden Zahnarzt aufsuchen.
Was sind die Symptome einer Kieferklemme?
Das primäre Symptom einer Kieferklemme ist die oben beschriebene eingeschränkte Öffnung vom Mund, beziehungsweise kann der Unterkiefer kaum oder gar nicht bewegt werden. Dabei wird generell in 3 verschiedene Grade unterschieden:
- 1. Grad: Der Mund kann zwar noch geöffnet werden, jedoch weniger weit als gewohnt.
- 2. Grad: Der Mund kann kaum geöffnet werden, der Abstand zwischen den Schneidezähnen beträgt maximal 10mm.
- 3. Grad: Der Abstand zwischen Schneidezähnen ist nur knapp 1mm groß und der Mund kann praktisch gar nicht geöffnet werden. Kauen ist unmöglich.
Je nach Ursache kann die Kieferklemme auch einseitig auftreten: Die Mundöffnung ist eingeschränkt, doch besteht die eigentliche Blockade nur auf einer Seite.
Zusätzlich können weitere Symptome auftreten, die bei der Diagnose der spezifischen Ursache eine wichtige Rolle spielen können:
- Schmerzen im Kopfbereich, Hals oder Nacken können auf eine muskuläre oder nervliche Ursache hinweisen, beispielsweise Krämpfe, Anspannung durch Stress, Fehlstellungen des Kiefers oder CMD.
- Entzündungen und Schwellungen können ebenfalls Schmerzen beim Öffnen des Kiefers verursachen.
Welche Ursachen kann eine Kieferklemme haben?
Der Kiefer ist ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Teilen – die möglichen Ursachen für eine Kieferklemme sind daher vielfältig und sollten daher unbedingt abgeklärt werden. Zwar ist die Kieferklemme oft temporär und relativ harmlos, jedoch sollte der Ursprung immer abgeklärt werden.
Muskuläre Ursachen
Eine der häufigsten Ursachen für eine Kieferklemme ist eine Verkrampfung der Kaumuskulatur. Die Faktoren, wie es zu der Verkrampfung kommt, können höchst unterschiedlich sein und müssen daher von einem Zahnarzt untersucht werden. Beispielsweise kann allgemeiner Stress dazu führen, dass Muskeln im Kiefer und Oberkörper unter Anspannung stehen und als Folge dessen verkrampfen. Wenn Sie beispielsweise nachts mit den Zähnen knirschen oder die Zähne zusammenpressen, ist das ebenfalls ein Zeichen für Stress und verursacht weitere Belastung der Kiefermuskulatur.
Ähnlich kann sich eine Operation am Kiefer auswirken, beispielsweise nach einer Weisheitszahn-OP. Die Muskeln in diesem Bereich können als Folge der Belastung ebenfalls zu stark anspannen und die Funktion des Kiefers einschränken.
Auch eine Fehlstellung des Kiefers kann dazu führen, dass der Kauapparat falsch belastet wird und die Muskeln verkrampfen. Dafür verantwortlich sind beispielsweise falsche Belastungen oder Auswirkungen nach Unfällen oder Verletzungen.
Infektion im Mundbereich
Im Rahmen einer Entzündung kann es dazu kommen, dass sich der Mund wegen auftretender Schmerzen nicht öffnen lässt. Dies kommt manchmal als Folge einer Weisheitszahnentfernung oder eines durchbrechenden Weisheitszahns vor und sollte schnellstmöglich behandelt werden. Eine Entzündung, die nicht behandelt wird, kann sich zu einem Abszess entwickeln, der chirurgisch entfernt werden muss. Im schlimmsten Fall kann sich eine Sepsis (Blutvergiftung) bilden, die tödlich enden kann.
Gelenkbedingte Ursachen
Zwischen Schädel und Unterkiefer sitzt ein Gelenk, das in Verbindung mit den dort vorhandenen Muskeln für die Kaubewegung zuständig ist. Liegen bei dem Gelenk Probleme vor, beispielsweise Kiefergelenkarthrose, eine mechanische Abnutzung oder ist der Knochen aus dem Gelenk gesprungen, kann es ebenfalls zu einer Kieferklemme kommen.
Eine Kieferklemme infolge einer Dislokation eines oder beider Kiefergelenke tritt vergleichsweise häufig auf. Dabei kommt es zu einer Fehlstellung des Gelenkkopfes, wodurch die normale Beweglichkeit des Unterkiefers eingeschränkt ist. Je nach Art der Dislokation kann der Mund entweder nicht mehr vollständig geschlossen oder – im Gegenteil – nicht oder nur eingeschränkt geöffnet werden.
Wie wird eine Kieferklemme behandelt?
Die Behandlung einer Kieferklemme erfolgt immer auf Grundlage der eigentlichen Diagnose. Im Rahmen einer Weisheitszahnbehandlung oder von allgemeinen Verkrampfungen reicht meistens schon einfache Physiotherapie. Hierbei wird der Kiefer nach und nach gelockert, sodass die normale Funktion wiederhergestellt wird.
Im Falle von Entzündungen muss der Entzündungsherd so schnell wie möglich behandelt werden, sei es durch den Einsatz von Medikamenten oder beispielsweise das Ziehen der Weisheitszähne, wenn diese durchbrechen und sich chronisch entzünden.
Bei einer Kieferklemme infolge einer Dislokation ist eine manuelle Reposition durch medizinisches Fachpersonal notwendig, um das Gelenk wieder in seine korrekte Position zu bringen. Eine zeitnahe Behandlung ist wichtig, um Komplikationen und chronische Beschwerden zu vermeiden.
Wer behandelt die Kieferklemme?
Die erste Anlaufstelle bei einer Kieferklemme sollte immer der Zahnarzt sein. Je nach Ursache und angemessener Therapie werden Sie dann an die jeweiligen Spezialisten weitergeleitet, beispielsweise an Kieferorthopäden oder an Physiotherapeuten.
Haben Sie akute Schmerzen, sollten Sie auf jeden Fall den zahnärztlichen Notdienst in Ihrer Nähe aufsuchen.
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